Möttingen
 

Abwasserversorgung

Die neue Kläranlage der Gemeinden Möttingen und Mönchsdeggingen
 


Die in den 60er und 70er Jahren errichteten Kläranlagen in den Gemeindebereichen Möttingen und Mönchsdeggingen genügten seit mehreren Jahren nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen, insbesondere war die Reinigungsleistung nicht mehr ausreichend. Dies kostete den Gebührenzahlern hohe Abwasserabgaben, die an die Staatskasse abzufahren waren.  

Ursprünglich war für die Gemeinde Mönchsdeggingen mit den Ortsteilen Merzingen und Ziswingen eine eigene Kläranlage am Standort Ziswingen geplant. Die neu zu bauende Kläranlage in Möttingen lag lediglich ca. 1,5 km entfernt. Die Idee einer gemeinsamen Kläranlage wurde schon früher angedacht, ging jedoch nie über die Bürgermeisterebene hinaus. Nachdem in beiden Gemeinden neue Bürgermeister gewählt wurden, griff das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth diese Idee nochmals auf. Ein wichtiger Ansatzpunkt des Wasserwirtschaftsamtes lag in dem Fehlen eines ausreichend starken Vorfluters in Ziswingen. Als geeigneter Standort bot sich der Bereich der bestehenden Möttinger Anlage an der Eger an.  

Zur Entscheidungsfindung wurde das lngenieurbüro Trautmann beauftragt, eine Kostenvergleichsberechnung durchzufahren. Hierbei werden Investitions- und Betriebskosten über einen Zeitraum von 50 Jahren betrachtet. Als Ergebnis stellte sich heraus, dass eine gemeinsame Kläranlage wesentlich kostengünstiger zu bauen und vor allem zu betreiben ist. Die Entscheidung fiel in beiden Gemeinden übereinstimmend für den Bau der gemeinsamen Anlage. Außerdem wurde kostenmäßig untersucht, die Anlage in mehreren Bauabschnitten zu erstellen. Das Ausschreibungsergebnis zeigte jedoch, dass bei sofortiger Gesamterstellung der Anlage sich Kosteneinsparungen von ca. 250.000,- Euro ergeben.  

Außer der Errichtung der Kläranlage waren im Bereich der Abwasserentsorgung bei den beiden Gemeinden folgende weitere Maßnahmen erforderlich:  

  • Mischwasserbehandlung in Mönchsdeggingen durch Bau eines Stauraumkanals sowie einer Druckleitung nach Ziswingen.  
  • Ortskanalisation in Merzingen und Bau einer Druckleitung nach Ziswingen.  
  • Bau einer Druckleitung von Ziswingen nach Kleinsorheim.  
  • Mischwasserbehandlung in Kleinsorheim durch Bau eines Stauraumkanals und einer gemeinsamen Druckleitung zur Kläranlage nach Möttingen.  
  • Bau eines Regenüberlaufbeckens vor der Kläranlage in Möttingen.  
  • Bau eines Regenüberlaufbeckens, ausgebildet als Stauraumkanal am Forellenbach in Möttingen.  

Durch Realisierung dieser Maßnahmen wurde in den beteiligten Ortsteilen die Mischwasserbehandlung und die Abwasserentsorgung auf neuesten Stand der Technik gebracht. Die bisherigen Betriebserfahrungen zeigen, dass der Bau einer gemeinsamen Kläranlage die richtige Entscheidung war.  
 

Technische Daten:

 

Ausbaugröße    Einwohner 4.050  
Hydraulische Belastung   max. Zufluss 44 l/s = 158,4 m3/h  
Klärsystem 

mechanisch biologische Kläranlage nach dem Prinzip des Belebtschlammverfahrens mit gemeinsam aerober Schlammstabilisierung  

Angeschlossene Ortsteile  Möttingen, Appetshofen, Lierheim, Kleinsorheim, Mönchsdeggingen, Ziswingen, Merzingen, geplant: Enkingen  
Bauwerke der Anlage:  
Zulaufsituation:  
Für den Ortsteil Möttingen wird vor der Kläranlage ein Regenbecken errichtet und das Abwasser über ein Pumpwerk der Anlage zugeführt. Alle anderen Ortsteile beschicken die Kläranlage über Pumpstationen in den jeweiligen Gemeinden.  

Feinrechenanlage:  
mit Spaltweite von 5 mm mit integrierter Rechengutwäsche und Rechengutverdichter.  


Belüfteter Rundsandfang mit Schwimmstoffabscheider:  

Durchmesser Fettfang 4, 0 m 
Oberfläche Fettfang 5,5 m²  
Durchmesser Sandfang  3,0 m
Volumen Sandfang 9,0 m³  
Breite Fettfang  0,8 m  
Messeinrichtungen:  
pH-Messung  
Temperaturmessung  
Belebungsbecken als Kombibecken mit dem Nachklärbecken:  
Belebungsbecken:  
Durchmesser außen 25,00 m
Durchmesser innen   15,50 m  
Volumen 1,360 m³
Nachklärbecken:  
Durchmesser 15,00 m  
Oberfläche   175m²  
Rücklauf- und Überschussschlammpumpwerk:  
3 Tauchpumpen mit je ca. 22 l/s  
Ablaufgerinne mit folgenden Messeinrichtungen:  
 
  • Mengenmessung
  • automatische Probeentnahme
  • pH-Messung
  • Temperaturmessung  
Schlammsilos:  
2 Rundbehälter mit Durchmesser von je 11 m  
Volumen 2 x 550 m³ = 1.100 m³  
Betriebsgebäude:  
bestehend aus:  

- Schaltzentrale  
- Labor  
- Toilette  
- Umkleide- und Duschraum  
- Werkstatt und Lager  
- Gebläseraum mit 3 Gebläsen zur Luftversorgung der Biologie  
- Raum für Rechen und Sandwäsche