Neujahrsempfang der Gemeinde Möttingen am 12.01.2014
im Vereinsheim der Egerschützen in Enkingen

 

 

Folgenden Artikel entnehmen wir den Rieser Nachrichten vom 14.01.2014
 

Reverenz an die Landwirtschaft

Zum Neujahrsempfang lud Bürgermeister Seiler ins Enkinger Schützenhaus

Als ein Signal an die Landwirtschaft hat Möttingens Bürgermeister Erwin Seiler seinen diesjährigen Neujahrsempfang bezeichnet. Rund 100 Gäste waren ins Schützenhaus des Ortsteiles Enkingen geladen. Seiler wies auf die lange Tradition der Landwirtschaft in seiner Kommune hin, die in den zurückliegenden Jahrzehnten einem grundlegenden Strukturwandel unterlegen gewesen sei. Mittlerweile hätten sich frühere rein landwirtschaftlich strukturierte Dörfer zu Kommunen entwickelt, in denen Gewerbe- und Industriebetriebe die Hauptrolle spielten. Möttingen sei ein Beispiel dafür, wo es inzwischen 110 Unternehmen mit rund 610 Beschäftigten gebe.

Leerstände und Bevölkerungsrückgänge

„Gewerbeflächen und Arbeitsplätze konnten nur entstehen, weil die Landwirte Grundstücke zur Verfügung gestellt haben", betonte der Bürgermeister anerkennend. Die Kehrseite sei allerdings, dass es mittlerweile in vielen Dörfern Leerstände und Bevölkerungsrückgänge gebe. In der Gesamtgemeinde Möttingen gibt es laut Seiler derzeit 90 Landwirte, die meisten davon in Balgheim mit 25.

Die Entwicklung der Landwirtschaft in den 60er- und 70er-Jahren sei an der Entwicklung der landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte deutlich geworden. „Aus der Dreschmaschine wurde der Mähdrescher. Wo früher die Kartoffeln noch mit der Hand geklaubt wurden, fuhr später der Kartoffelernter über die Felder", erinnerte sich Seiler an seine eigene Kindheit, die er mit sechs weiteren Geschwistern auf einem landwirtschaftlichen Anwesen verbracht hat. Mit der Fortentwicklung der Landwirtschaft habe es auch große Veränderungen in den Dörfern gegeben, so Seiler weiter. Kanäle und Straßen seien gebaut worden, die Landwirte hätten verstärkt in Geräte und Maschinen investiert. „Schwere Traktoren, Wendepflüge, Maishäcksler und Mähdrescher mit bis zu vier Metern Schnittbreite haben das Bild stark verändert." Hinzu seien neue Maschinenhallen, Stadel und Stallungen gekommen. Heute bestimmten Traktoren mit über 100 PS das Bild. Ein Ende hin zu noch größeren Maschinen sei nicht in Sicht. Nicht vergessen werden dürfe die moderne Computertechnik, die eine immer größere Rolle spiele.

Landwirte als Energiewirte

Manfred Faber, Chef des Nördlinger Amtes für Landwirtschaft und Forsten, wies ebenfalls auf die Veränderungen in der Landwirtschaft hin. Deren Zukunft sieht Faber nicht schwarz. Gerade auf dem Sektor der Erneuerbaren Energien spielten die Landwirte als Energiewirte eine große und entscheidende Rolle.

Weitere Themen in Fabers Vortrag waren der Maisanbau, die Biogasproduktion und der Stand der Landwirtschaft in der Gesellschaft.