Haushaltsplan der
Gemeinde Möttingen 2012

Folgenden Bericht entnehmen wir den Rieser Nachrichten vom 16.06.2012:


Die Rücklagen sind aufgebraucht
 

Haushalt: Möttingen hat viel investiert und noch einige Projekte vor sich.
Kreditaufnahme ist nötig. Etat einstimmig verabschiedet

Von Jim Benninger

Einstimmig hat der Möttinger Gemeinderat den diesjährigen Haushalt verabschiedet. Dieser lasse sich trotz seiner insgesamt 5,4 Millionen Euro aber nicht mehr mit vergangenen Rekordinvestitionen von jährlich bis zu einer Million Euro messen, sagte Bürgermeister Erwin Seiler in der jüngsten öffentlichen Sitzung.

Denn durch zuletzt getätigte Großbauten wie Radweg nach Ziswingen, Dorferneuerung Balgheim sowie in Möttingen ein neues Baugebiet, Feuerwehrautokauf, Krippen- und Kindergarten-Umbau sind die einst stattlichen Rücklagen der Gemeinde aufgebraucht. Zudem habe man in den vergangenen Jahren auch den Schuldenstand von über einer Million Euro auf rund 350.000 Euro zurückgefahren. So könne man allenfalls noch in diesem Jahr mit der Haushaltslage einigermaßen zufrieden sein, befürchtet der Bürgermeister, denn es gelte auch in den kommenden Jahren neue Vorhaben in Möttingen durchzusetzen. 

Und so müsste man heuer wohl mit einer Kreditaufnahme von bis zu 800.000 Euro rechen, sollten alle momentan vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt werden.

„Das ist aber sicher nicht der Fall", so Seiler. Im schlimmsten Fall würden die Schulden der 2500-Einwohner-Gemeinde pro Kopf auf rund 330 Euro anwachsen, damit aber immer noch unter dem Landesdurchschnitt von 575 Euro liegen. Neue Schulden seien aber auch nötig wegen rückgängiger Einnahmen (bei der Gewerbesteuer wurde nach über 700 000 Euro diesmal nur noch eine gute halbe Million angesetzt) oder höherer Umlagen wie an die Schulverbände Mönchsdeggingen und Nördlingen mit insgesamt 200.000 Euro. 

Minus bei den Schlüsselzuweisungen 

Alles zusammen betrage das Möttinger Steueraufkommen heuer wohl etwas mehr als 800.000 Euro, also rund 24 Prozent des Verwaltungshaushaltes (2011: 26 Prozent), den niedrigsten Schlüsselzuweisungen seit 15 Jahren mit einem Minus von 218.000 Euro (46 Prozent), höheren  Personalkosten vor  allem im  defizitären Kindergartenbereich, aber auch mehr Kreisumlage (mit 25 Prozent die größten Ausgaben im Verwaltungshaushalt) aufgrund höherer Umlagekraftzahl von rund 140.000 Euro. Dadurch wird sich die Ertragskraft des Mottinger Verwaltungshaushaltes mit Steuern, Zuweisungen und Umlagen um über 230.000 Euro auf 3,3 Millionen verringen und kann nur noch 38 Prozent der Ausgaben auffangen (2011: 45 Prozent). Hierin ist auch der hauptsächliche Grund für die gerade noch ausreichende Mindestzuführung von 42.000 Euro an den Vermögenshaushalt (2,15 Millionen) zusehen.'

Aus diesem müssen aber unter anderem noch das rund 1,3 Millionen Euro teure Möttinger Baugebiet sowie die rund 650.000 Euro an Baukosten für den Aus- und Umbau des Kindergartens abbezahlt werden. Dieser werde zwar heuer noch eingeweiht, seine 15 neuen Krippenplätze seien allerdings auch schon wieder vergeben. Sollte weiterer Bedarf bestehen, müsse man wohl mit einer Gruppe in den Appetshofener Kindergarten ausweichen. 

Im neu angelegten „Baadfeld II" an der B 25 rechnet man heuer zu mindest mit dem Verkauf von zehn der knapp 30 Plätze und damit einiges an Einnahmen. Dort müsse allerdings auch noch die Zufahrtsstraße verbreitert werden. Der Ausbau der Reimlinger Straße in Balgheim koste rund 300.000 Euro und in den Ortsteilen möchte man weiter genügend Bauplätze vorhalten, auch wenn dies durch den Ankauf von aufgegebenen Anwesen geschehe.

Ein noch engeres finanzielles Bild der Gemeinde gab dann Seilers Ausblick auf den Investitionsplan bis 2015. Sollte nämlich wirklich das vorgesehene Möttinger Bürgerzentrum begonnen werden, müsste die Gemeinde wohl in den kommenden Jahren rund zwei Millionen Euro an Baukosten aufbringen. Daran müssten sich allerdings auch örtliche Kirchengemeinde und Schützenverein beteiligen. 

Da auch in den Ortsteilen einiges an Investitionen vorgesehen ist werde man in absehbarer Zeit nicht um Erhöhungen der seit 1999 gleichen Hebesätze für die Grundsteuern, eine übliche Straßenausbausatzung sowie Einsparungen herum kommen, so auch die Meinung einiger Gemeinderäte. Letztlich erinnerte Bürgermeister Seiler zwar daran, dass man Anfang der Neunzigerjahre schon einmal höher verschuldet war, aber natürlich mit solch hohen Ausgaben auf Dauer nicht weiter machen könne.