Haushaltsplan der Gemeinde Möttingen 2015

 

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Folgenden Bericht entnehmen wir ausschnittsweise den Rieser Nachrichten vom 10.06.2015: VON BERND SCHIED


Möttingen investiert deutlich mehr

 

Die Gemeinde will in diesem Jahr ein Großprojekt angehen

Die Gemeinde Möttingen kann sich glücklich schätzen. 30 Bürger sind im vergangenen Jahr zugezogen, die Kommune ist nahezu schuldenfrei und auch in diesem Jahr wird Bürgermeister Erwin Seiler kräftig investieren. Deshalb zeigte sich der Rathauschef bei der Haushaltssitzung des Gemeinderates am Montagabend auch recht gelassen. Er sprach von einem Etat für 2015, der rekordverdächtig sei, weil der Investitionsteil mit 2,1 Millionen Euro gleich um 66 Prozent höher liegt als im Vorjahr. Dem gegenüber stehen Einnahmen von rund 1,3 Millionen Euro. Für die Differenz ist eine Kreditaufnahme von 800.000 Euro eingeplant, die für den Bürgermeister jedoch nur eine „theoretische Größe“ darstellt. Anders ausgedrückt: Die Kommune wird das Fremdkapital wohl nicht benötigen, weil Seiler von erheblich weniger Ausgaben als veranschlagt ausgeht. „Mir ist lieber, ich plane mehr ein und brauche sie dann nicht, als umgekehrt“, begründet Seiler sein Vorgehen. In den vergangenen Jahren sei die Rechnung stets aufgegangen.

Das Gesamtvolumen des Haushaltes steigt um 18 Prozent auf 6,1 Millionen Euro. Eine gute Nachricht gibt es für die Bürger: Sie bleiben von Gebührenerhöhungen verschont. Wasserzins, Abwasser, Grund- und Gewerbesteuerhebesätze werden auf dem Vorjahresniveau gehalten. Der Verwaltungsteil des Haushaltes, in dem die laufenden Einnahmen und Ausgaben der Kommune für die allgemeine Daseinsfürsorge (unter anderem Kindergärten, Feuerwehren, Schulen, Personalkosten) zusammengefasst sind, erhöht sich um 2,5 Prozent auf 3,98 Millionen Euro.

Baugebiet wird erschlossen

Als die herausragenden Positionen des Etats nannte Seiler den „allgemeinen Grunderwerb“ mit 670.000 Euro, die Erschließung des Baugebietes „Baadfeld III“ mit rund 700.000 Euro und Ausgaben für das geplante Bürgerzentrum (Architektenleistungen, Honorare, Abrisskosten, Kanalverlegung, usw.) in Höhe von 620.000 Euro. Diese drei Beträge zusammengenommen ergeben den Ansatz im Vermögenshaushalt.

Freilich bekommt die Gemeinde staatliche Zuwendungen. So fließen in diesem Jahr rund 1,1 Millionen Euro aus der Einkommensteuerbeteiligung in die Kasse. Die Schlüsselzuweisungen des Freistaates Bayern liegen bei 420.000 Euro.
525.000 Euro soll die Gewerbesteuer beitragen.

Bei der Beratung des Finanzplanes für die Jahre bis 2018 zeichnete sich ab, dass die Finanzsituation der Kommune durch den Neubau des Bürgerzentrums ab 2016 nicht mehr so rosig sein wird. Rund 5,5 Millionen Euro brutto muss die Gemeinde für das Großprojekt stemmen. „Dann müssen wir wirklich in die Verschuldung gehen“, sagte Bürgermeister Seiler. Dann sei es vorbei mit einer derzeitigen Pro-Kopf-Verschuldung von 76 Euro. Bei einer Gegenstimme verabschiedete der Gemeinderat schließlich den Etat für 2015 und die Finanzplanung für die nächsten Jahre.