Folgenden Bericht über die Bürgerversammlung am 05.12.2009 in Möttingen entnehmen wir den Rieser Nachrichten vom 15.12.2009:

Im Süden, im Norden oder überhaupt nicht

Verkehr:
Möttingen befasst sich weiter mit den Varianten für eine Umgehungsstraße

Möttingen (bs) - Bei der Bürgerversammlung in Möttingen stand die geplante Ortsumgehung im Zuge der Bundesstraße 25 im Mittelpunkt. Diskutiert wird seit geraumer Zeit über eine Nord- oder eine Südumgehung. Weiter im Gespräch ist die so genannte „Null-Lösung“, die auf eine Umfahrung verzichtet und die derzeitige Ortsdurchfahrt mit einigen verkehrlichen Veränderungen bestehen lassen will.

Bürgermeister Erwin Seiler betonte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es für alle drei Varianten Befürworter und Gegner gebe. Ihm ist es deshalb wichtig, einen Meinungsbildungsprozess zu diesem Thema in seiner Gemeinde in Gang zu setzen, bei dem sich am Ende eine Alternative herauskristallisieren sollte.

Vorrangiges Ziel Seilers ist es, die Möttinger Umgehung in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesfernstraßenplanes zu bekommen, der voraussichtlich 2011/2012 fortgeschrieben wird. Erst vor Kurzem habe er dazu mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange ein Gespräch geführt.

Der Bürgermeister selbst favorisiert eine Südumgehung. Er betrachtet sie als die einzige Lösung, für die auch von staatlicher Seite grünes Licht zu erhalten sei. Dennoch nimmt er die Bedenken derjenigen ernst, die sagen, eine Südumgehung hindere die Gemeinde an ihrer weiteren Entwicklung, die baulich und gewerblich nur in diese Richtung möglich sei. Bei einer Nordtrasse (zwischen Möttingen und Lierheim) stünden erhebliche umwelt- und naturschutzrechtliche Bedenken Raum, so der Bürgermeister.

Befürworter einer „Null-Lösung“, also keiner Umgehungsstraße, argumentierten damit, dass bei einer Umfahrung die Gemeinde „aussterben“ könnte und die örtlichen Gewerbetreibenden Nachteile zu befürchten hätten.

Erwin Seiler hat die Alternativen für eine Ortsumgehung auf die Homepage der Gemeinde stellen und ein Diskussionsforum einrichten lassen, bei dem die Bürger ihre Meinung äußern können. „Ich will die Bevölkerung bei dem Entscheidungsprozess mitnehmen“, so Seiler. Wann die Meinungsbildung über die Verkehrsmaßnahme abgeschlossen sein soll, ließ der Bürgermeister offen.

Im Laufe der Bürgerversammlung wurden die rund 120 anwesenden Bürgerinnen und Bürger vom Rathauschef über einzelne Investitionen im zu Ende gehenden Jahr informiert. Aus dem Vermögenshaushalt in Höhe von 1,3 Millionen Euro seien rund 530 000 Euro in den Druckleitungsbau vom Ortsteil Enkingen nach Möttingen geflossen. Weitere 380 000 Euro verschlang Seiler zufolge in die weitgehend abgeschlossene Dorferneuerung in Balgheim.

Radweg angekündigt

Für das kommende Jahr kündigte Seiler unter anderem den Bau eines Radweges von Möttingen in Richtung Mönchsdeggingen an.

Dieser Plan zeigt die beiden Umgehungsvarianten für die Ortsdurchfahrt der B 25 in Möttingen, wie sie in einer Machbarkeitsstudie vom Staatlichen Bauamt Augsburg vorgestellt wurde, Die grüne gestrichelte Linie markiert die Umgehungstrasse im Süden, die blaue Linie zeigt den Vorschlag für eine mögliche Nordumgehung